8. Mai 2012

2 Wochen im Osten unseres Landes

Margot feiert am 1. Mai ihren großen Geburtstag und alle kommen nach Wismar. Ich mache mich bereits eine Woche vorher auf und will mit meinem Bus den östlichen Teil der Ostsee erkunden.

Zuerst geht es auf den Darß nach Wustrow, Prerow und Zingst. Ich bin total begeistert. Und - was das Wichtigste ist: KEINE Menschenmassen tummeln sich um mich herum - verglichen mit Asien in der Hauptsaison! Ich finde z. B. in Wustrow einen supertollen Standplatz für meinen Bus mit toller Aussicht und kompletter Einsamkeit. WIE schön kann es tatsächlich in Deutschland sein!!!


und nun sag noch mal einer in Deutschland gibt's keine schönen Sonnenuntergänge

keiner um mich rum und nur ich, mein neu gestaltetes Fahrrad und das Meer.....

natürlich dürfen auf Rügen die Kreidefelsen nicht fehlen


was für eine tolle Idylle

Rügen gefällt mir recht gut (abgesehen von dem vielfach mondänen Publikum, die Insel ist eben "in") und im April ist es auch hier noch möglich,  abgelegene Standplätze im Grünen zu finden, was allerdings in der Hauptsaison nicht machbar ist. Dann muss man nämlich auf einen offiziellen Camping- bzw. Standplatz und das finde ich dann nicht mehr so ganz prickelnd!

und Usedom erst!!!!! Ich bin entzückt von dieser tollen Insel (Halbinsel)

ein kurzer Ausflug mit dem Fahrrad am Meer entlang von Ahlbeck zur polnischen Grenze.
Wer hätte das gedacht, dass ICH mal in Polen landen werde, smile

Mir gefällt Usedom am besten, da hier - wie mir Einheimische sagten - schon seit Jahren die Berliner Urlaub machen - und dadurch herrscht eine tolle, entspannte, lustige Atmosphäre - und nicht so mondän wie auf Rügen. Ich lerne noch ein türkisch/indisches Pärchen kennen und wir genießen zusammen die Sonne. Abends gehe ich in das Zinnowitzer Bad und gönne mir Sauna und Thermalbecken. WAS IST ES DOCH SCHÖN, NICHT MEHR ARBEITEN ZU MÜSSEN !!!!!

tja, und dann kommt die Geburtstagsfeier in diesem tollen Gutshof Goldebee in Benz bei Wismar.
Wir feiern gleich 2 Tage, in den 1. Mai hinein, und Margot hatte sogar das Wetter passend bestellt, klasse



der Frühling kommt mit Macht

die Rapsfelder genieße ich besonders
 
 

Ich fahre über die Müritz-Seen zurück, noch ein Abstecher nach Potsdam und dann zurück nach Hannovi. Das Wetter verschlechtert sich und ich werde langsam nervös, da ich bekanntermaßen 4 Wochen vor der nächsten Reise stehe. 
 
Am 6.6. geht's los nach Indien für 5 Monate und mittendrin meine große Feier im September.  Anschließend noch 1 Monat Malaysia zum "Erholen" von Indien und den vielen Aufregungen in der Zeit. Am 3.12. komme ich wieder zurück. Ist schon witzig, dann steht Weihnachten vor der Tür, kann ich mir jetzt so gar nicht vorstellen, lach. 
 
Ihr werdet mich begleiten, das ist schööööön!

INDIA IS WAITING!!!



6. April 2012

Aung San Suu Kyi aus Burma/Myanmar - Film: The Lady - ein geteiltes Herz

Einen besseren Zeitpunkt für den Kinostart von „The Lady“ (5.4.12) konnte sich niemand wünschen. Die Geschichte der burmesischen Widerstandskämpferin Aung San Suu Kyi muss so wenige Tage nach der Nachwahl zum burmesischen Parlament, die ein Triumph für sie wurde, einfach jeden interessieren. Gezeigt wird Burma, erzählt wird von Aung San Suu Kyi, über ihre Hoffnungen und Enttäuschungen, ihr geteiltes Herz zwischen sterbendem Ehemann und ihrem so geliebtem Land.



Für mich natürlich sofort ein MUSS, diesen Film anzuschauen, nachdem ich gerade erst ein paar Wochen zurück bin aus diesem so friedlich erscheinenden, aber dennoch politisch so instabilem Land. Ja, ihr solltet ihn euch ansehen. Aber nehmt eine Menge Taschentücher mit. Er ist seeeeehr gefühlvoll!!

WAS für eine bemerkenswerte und tolle Frau! Was für eine Freiheitskämpferin, eine Friedensnobelpreisträgerin, deren Herz für Demokratie schlägt. Ziviler Ungehorsam und friedlicher Protest sind ihre Waffen und eins ist klar: Der Einzelne kann etwas bewegen - er muss es nur wollen. 

Dennoch bleibt nach dem Film eine Frage für mich bestehehen: Wer ist das Volk, für das sie kämpft?
Meiner Meinung nach bleibt das politische Burma und seine Bevölkerung zu unberücksichtigt. Es ist ein Film über das private Leben der Aung San Suu Kyi, die politische Seite wird nur am Rande gezeigt. Aber ein absolut sehenswerter Film! 

Anbei ein Link zu einem sehr guten Bericht von Alice Schwarzer über Burma, unbedingt lesenswert:

29. März 2012

Fazit der Reise

Da ich immer wieder nach meinen früheren Reiseberichten gefragt werde, nenne ich euch noch einmal den Link auf diese Seite:

http://www.umdiewelt.de/Reisende/Autor-865.html




Persönliches Fazit der Thailand/Philippinen/Myanmar-Reise
Es ist erstaunlich, wie sehr sich das eigene Bild einer Reise im Nachhinein verändert. Man sieht Dinge gelassener, entspannter, fröhlicher, differenzierter, aber auch kritischer. Aus dem Grunde ist es gut, dass ich mich jetzt erst abschließend zu meiner Tour äußere.

Tatsache ist, dass ich sehr zufrieden bin mit meiner gesamten Reise durch Südostasien, zufrieden mit meiner Organisation, zufrieden mit dem Alleinreisen, besonders zufrieden, mich kurzfristig entschlossen zu haben, nach Myanmar zu reisen, zufrieden mit den abwechselnden Zeiten der Anstrengung und der Entspannung, zufrieden mit länderspezifischen Erkundungen und dem Kennenlernen der Bevölkerung, zufrieden mit netten, menschlichen Begegnungen mit Reisenden aller couleur, zufrieden mit der Dauer der Reise.

Mein Wunsch, Länder FÜHLEN und nicht nur BEREISEN zu wollen, ist in Erfüllung gegangen. Ich werde diesen Wunsch auf meinen nächsten Touren jedoch noch intensivieren, indem ich länger an Orten verweilen und dort LEBEN werde und mich weniger auf die Jagd nach Sehenswürdigkeiten und Events begeben, wie das viele Andere tun.

Thailand
Die anfängliche Begeisterung von Land und Leuten ist - wie ihr gelesen habt - umgeschlagen in - ich will mich vorsichtig äußern - große Skepsis und Zurückhaltung diesem Land gegenüber. Die einzelnen Horden/Gruppen, die Banalisierung und die extremen Touristenmassen bei berühmten Sehenswürdigkeiten (das Gleiche zum Teil in Myanmar) gefallen mir nicht und es ist nun mal so, dass dies auf meine Befindlichkeit großen Einfluß hat. Ich bin leider auch des Öfteren von Einheimischen wie eine Touristennummer behandelt worden.

Man sieht oft in Tempel, Bussen, Zügen keinen einzigen Thailänder, nur mehr oder wenig sonnengecremte, speckige, grölende Heerscharen aus Deutschland und Russland.

Religiöses mutiert zum Showartikel, die Einheimischen spielen eine Show zum Zwecke des Kohlescheffelns. Selten sieht man ehrliche, leise, in sich gekehrte Frömmigkeit. Der Reisende wird als personifizierter Euro, Dollar oder Rubelschein betrachtet und entsprechend ausgenommen. Kann man es ihnen verdenken, wenn es Touris gibt, die nur mit Kohle so rumschmeißen und sich katastrophal benehmen? 

Dennoch habe ich immer wieder Menschen, oft sind es junge Leute, auf Weltreise getroffen, die dem Land skeptisch gegenüberstehen, es kritisch, aber offen betrachten und  interessiert und intelligent bereisen. Diese Menschen waren immer wieder eine Erholung und Beruhigung für mich. An euch kann ich nur appellieren: erhaltet euch die Skepsis, Neugier und mutiert NIEMALS zu Gutmenschen (Näheres dazu unten), die alles und jeden kritiklos annehmen - und vor allem: reist NIEMALS in Gruppen!

Ich möchte Thailand nicht in seiner Gänze verurteilen (kann ich auch nicht, da ich nur einen Bruchteil gesehen und erlebt habe) und möchte nicht sagen: Nie wieder reise ich in dieses Land, aber wenn man Thailand bereist, muss man eben wissen, dass es "Klein-Mallorca" ist und der Tourist als Geldmaschine betrachtet wird.
Ich war im letzten Jahr für ein paar Tage in Nordthailand (Landweg nach Laos). Dort erschien mir das Land weniger touristisch, local people waren freundlicher und vor allem herrschte dort noch eine etwas ruhigere, relaxtere Atmosphäre vor.

Philippinen
Hier ist genau das Gegenteil von Thailand passiert. Die anfängliche Skepsis, ich möchte fast sagen Vorverurteilung ist einer großen Begeisterung gewichen. Hat man erst mal Manila verlassen, bietet sich einem ein Land voller spannender Geschichten und unvergleichbarer Natur. Die Reisterrassen im Norden sind es Wert, als Weltkulturerbe zu gelten. Die Leute sind ausgesprochen freundlich, hilfsbereit, NICHT aggressiv, man spricht fast überall Englisch. Man kann sich auf unbewohnte, kleine Inseln fahren lassen und die weißen Strände genießen. Die Reisenden kommen aus Australien, Japan, China, Korea. Oft trifft man Lehrer aus allen Teilen der Welt, die seit Jahren in Japan oder Korea Englisch unterrichten.

Eins ist noch wichtig zu erwähnen: Fast keine Gruppen überschwemmen die 7000 Inseln, meistens sind Individualreisende unterwegs (mal abgesehen von den Koreanern :-(). Man kann sich unbesorgt sowohl am Tag als auch in der Nacht sorglos bewegen, ausgenommen Mindanao. Auch das soll eine schöne Insel sein, aber nicht alle Orte sind gewaltfrei und man sollte vorsichtig sein. Touristen bereisen diese Insel recht selten (für mich natürlich ein Grund, dort mal hinzureisen).

Allerdings muss man auch erwähnen, dass das Preis/Leistungsverhältnis auf den Philippinen nicht immer stimmig ist, Unterkünfte bieten weniger und kosten mehr, verglichen mit Thailand, manchmal muss man sogar "Eintritt" auf Inseln bezahlen. 

Die Philippinen sind eine Reise wert. Wer das besondere Etwas sucht, wird es hier finden. 


Myanmar
Ein archäologisches und goldenes Kleinod, DAS Juwel Asiens, Thailand vor 40 Jahren, ein lächelndes Land, eine einzige Pracht! Selbst in Orten mit den größten Sehenswürdigkeiten und den extremen Touristenmassen herrscht immer noch eine entspannte, ruhige Atmosphäre, was meiner Meinung nach auf die ehrlich freundlichen Menschen zurückzuführen ist (im Gegensatz zu den inzwischen total genervten Thailändern). Religiösität, also Buddhismus, wird GELEBT, nicht für Touristen GESPIELT.

Es ist aber auch ein anstrengendes Reisen in Myanmar, da die einheimischen Busse entsprechend alt sind und die Fahrten dauern noch sehr lange. Es sei denn, man reist in Touristenbussen mit Massen, die, wie schon erwähnt, jetzt mehr und mehr einfallen. Aber: nur mit einem kleinen Bötchen über den Fluss - und man ist alleine und kann noch alles und jeden genießen. Es gibt noch genügend Ecken des Landes, die noch nicht überlaufen sind. Nachteil: in manche Gegenden kommt man nur mit Flieger und das ist umständlich, da man oft nur über Yangon dort hin kommt. Man muss sich also gut vor der Reise überlegen, wo man hin will.
Ein Land, an das ich immer mit einem Lächeln und mit einer großen Dankbarkeit denke!
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Betrachtung über die Veränderung des Reisens in den letzten 30/40 Jahren:
Ich habe Borneo vor vielen vielen Jahren alleine umrundet. Teilweise habe ich KEINEN einzigen europäischen Reisenden gesehen. Es war sogar so, dass ich mich gefreut habe, wenn mir mal ein Europäer entgegen kam und wir uns austauschen konnten über die manchmal großen Probleme der Infrastruktur. Damals habe ich es nicht wertschätzen können, WAS das für ein Luxus war, solch ein Land zu dem Zeitpunkt bereisen zu können. Jetzt bin ich mir dessen bewusst, was das für eine einzigartige Zeit war.

Reisen wird für immer breitere Kreise zu einem derart populären Phänomen, dass die Folgen auf Natur, Land und Leute, aber auch auf die Reisenden selbst vielerorts bedrohend werden. Reisen wurde für Wohlstandsgesellschaften zur populärsten Form von Glück, wie dies einmal Hans Magnus Enzensberger ausdrückte. Und weil dieses Glück ein rares und dennoch freies Gut ist, sind Millionen von Menschen unterwegs, jahrein, jahraus, in Gruppen oder individuell. 
Ich zitiere Dr. Hansruedi Müller: "Wenn Millionen und Abermillionen unterwegs sind, um Unterschiede und Eigenarten von Menschen, Orten und Landschaften zu erfahren, beginnen sich eben diese Unterschiede und Eigenarten im Schutt der Vereinheitlichung aufzulösen: Der Einfall touristischer Horden führt zur Ausrottung des Schönen."
Wie überall auf der Welt besteht die Gefahr der Vermassung, der Banalisierung oder McDonaldisierung des Reisens. 
"Man sollte allen Globetrottern ein paar Prinzipien suggerieren: be-nehmen statt nehmen, zu-hören statt hören, be-greifen statt greifen, ver-stehen statt da-stehen, be-gegnen statt ent-gegnen, er-leben statt aus-leben, achten statt verachten, lachen statt aus-lachen, fragen statt antworten, suchen statt finden".

Ich zitiere zum Schluss meinen Lieblingsautor Andreas Altmann (www.andreas-altmann.com), der wie immer genau das ausdrückt, was auch ich fühle: Frage an AA: Was ist für dich das Wichtigste am Reisen? "Nie zum Gutmenschen zu mutieren, der sich weigert, einen Schweinehund einen Schweinehund zu nennen. Nie kuhblöd an der Wirklichkeit vorbeigehen. Immer bereit sein, sie auszuhalten. In ihrer Pracht, in ihrer Brutalität."

Mein Wunsch: Hungrig bleiben nach mehr Wissen und eigener Erfahrung, Horizonterweiterung und neuer Inspiration.  Die Zeit von vor 30/40 Jahren kommt nicht wieder und ich muss lernen, mit den unausweichlichen Gruppenreisenden relaxter und gelassener umzugehen. Und wenn ich die Touristenmassen eines Tages dennoch nicht mehr ertragen kann, werde ich das wunderschöne Europa mit meinem neuen Reisebus erkunden (was ich eh vor habe in den nächsten Jahren).
Reisen - wohin auch immer - wird nach meiner Familie das Wichtigste in meinem Leben bleiben, denn:
Tausend einmalige Erlebnisse bleiben für immer in lebendiger Erinnerung. Dieser kostbare Schatz bereichert mein Leben  und kann mir von Niemandem genommen werden.

Um euch noch neugierig zu machen: Meinen nächsten Flug habe ich bereits gebucht und in 9 Wochen geht's bis Ende des Jahres wieder los, freu! 


24. März 2012

Top 10 meiner Reise vom November 2011 bis März 2012


TOP 1
Trekking von Kalaw zum Inle-See, Myanmar



TOP 2
Beach Holiday und Island Hopping in Port Barton, Palawan, Philippinen

 

TOP 3
El Nido und Island Hopping auf Palawan, Philippinen



TOP 4
Hobbithütte und 6 fröhliche, entspannte Tage mit Anke und Eve, Negros, Philippinen





TOP 5
Tour durch die Reisterrassen, Luzon, Philippinen


TOP 6
Entspannte, erste ARBEITSFREIE Tage mit netten Leuten auf kleiner Insel,  Thailand



TOP 7
5 genussvolle Stunden in den Hot Springs in Coron, Busuanga, Philippinen



TOP 8
Archäologische Stätte mit Tausenden von Pagoden und entzückender Ort, Bagan,  Myanmar


TOP 9
Mopedfahrt von Pindaya nach Kalaw,  Myanmar



TOP 10
Ruhige letzte Tage in schöner Hütte auf Koh Kood, Thailand


14. März 2012

Hannover hat mich wieder

Jau,  nun ist es tatsächlich passiert. Bin zurück in Hannovi. Noch ein paar "Ankommensbilder".

 Abflug vom Flughafen Bangkok 

Dieses Mal Flieger Turkish Airlines, 
dadurch auch Flug nach Hannover (nicht wie sonst 
immer Frankfurt) möglich

Die Route ist nicht ganz richtig eingezeichnet:
Logo geht's von Bangkok nach Istanbul und nicht, 
wie aufgezeichnet ab Calcutta
(DAS wird dann die nächste Tour)

ein kurzer Gruß von oben nach Lahore :-)

Von Bangkok geht's erst mal nach Istanbul. Dort ein kurze, aber sehr feine Übernachtung in der sagenhaften Altstadt von Istanbul. Hab mich sofort in diese tolle Stadt verliebt. Da muss ich auf jeden Fall wieder hin - und dann länger. Werde es im Auge behalten.




Bin natürlich sofort erkältet. Ein wunderbares Bett und ein wunderbarer Schlaf versüßen mir die Nacht. Dann am nächsten Morgen geht's ENDLICH nach Hannovi.


 Hannover im Landeanflug


Ja, ihr habt richtig gelesen, freu mich richtig! Man muss nur immer lange genug weg sein von dieser Stadt, dann findet man auch etwas Gutes daran. :-) Dieser Flughafen ist wie immer niedlich: Nix los, man kann entspannt dort bummeln, shoppen und losfliegen, einfach dörflich, aber seeeehr nett und auch sympathisch!

Und - ich glaub's kaum: Alle meine Lieben einschl. der beiden Mädchen Mara (3 1/2) und Hannah (17 Tage) holen mich ab. Solch eine Überraschung. Ich freu mich riesig über diesen tollen Blumenempfang. Natürlich muss ich Hannah erst mal lange auf dem Arm halten und bin entzückt.




Gestern hab ich erst mal mein Hexenmobil aus Mainz abgeholt und nun sehen wir weiter, wann genau meine Indienreise startet und wohin es als Erstes geht! Schließlich wißt ihr ja: Eine große Feier steht an im September 2012 in Udaipur, GROßE Aufregung.

Im nächsten Blog werde ich die Top 10 der vergangenen Reise aufzählen verbunden mit einem Fazit. 

6. März 2012

Zurück in Thailand (schluchz!)


Letzte Tage in Yangon, Ankunft in Bangkok und Entspannen auf Koh Kood

Der Flughafen von HeHo, Inle Lake ist süß, auch wenn ihn viele Reisende „belagern“, es ist eigentlich nur eine kleine Halle mit dahinterliegendem „Weg“ für Flugzeuglandungen – und Abflüge. Wieder winken uns die „Fluglotsen“ beim Start der Maschine zu, eigentlich sind das nur nette Jungs, die „Einweiser“ spielen, aber sympathisch.

In Yangon habe ich das gleiche Hotel wie am Anfang und die Amerikaner haben’s auch gebucht. Somit haben wir die gleiche Anfahrt. Abends noch mal die Shwe Dagon Pagode mit Beleuchtung, dann nettes Essen im Hot Pot mit Cynthia und Bruce. Die Burmesen lieben „Fondue“ auf die burmesische bzw. koreanische Art und Weise. Wir gehen in ein typisches Lokal, suchen uns in Plastik eingepacktes Fleisch und Gemüse aus Kühlschränken aus, nehmen es mit an den Tisch und legen es in einen im Tisch eingelegten Topf (der mit Kohle von unten heiß gehalten wird) mit 2 verschiedenen Suppen. Da wir nicht genau wissen, WAS wir eigentlich ausgesucht haben, ist der Geschmack manchmal abenteuerlich, aber interessant! 

 hatte zwar schon mal Bilder der nächtlichen Pagode drin,
aber weil's so schön ist....

zwei bisher noch nicht gezeigte Bilder

Nächsten Tag mache ich einen sehr interessanten, vom Lonely Planet empfohlenen Spaziergang durch die Stadt, toll!  Abends mit  Bruce und Cynthia letztes Essen, das leider am Schluss durch „ atmosphärische Außenwirkung“ gestört wird (mehr wird nicht verraten, ist nicht gerade sehr erfreulich). Am nächsten Tag um 8.30 Uhr geht mein Flieger nach Bangkok.

Ich bleibe eine Nacht in meiner Banglampo-Gegend in Bangkok, in der ich mich inzwischen recht wohl fühle (ist doch besser als die Sukkumvit-Ecke mit den vielen Hochhäusern und Geschäften), arrangiere die Busfahrt nach Ko Chang für den nächsten Morgen und genieße den Hauspool.

Ein Touristenbus bringt mich geradewegs nach Groß Ko Chang. Es ist nur entsetzlich im Bus, ihr wisst inzwischen warum. Am Nachmittag werde ich am Pier von einer Touristenkuh ganz fürchterlich über den Tisch gezogen und lande in einem schrecklichen Quartier auf der östlichen Seite von Ko Chang, ich bin einfach nur entsetzt, welch schrecklich Atmosphäre die Insel hat.  Abends wird’s allerdings noch recht nett, da eine Gruppe von ca. 7 Frauen und 2 Männern eine „Firmenfeier“ veranstalten einschl. Karaokesingen. (Wäre das nicht mal was für die Abt. 222? Dann würden alle auch mal locker, oder nicht???) Wir sind alleine am „Strand“, der nur aus Lehm besteht, schrecklich. Es wird sooo lustig, ich schreibe im Hintergrund an meinen Berichten und sie singen ungezwungen auf der Bühne und lachen sich einen Ast. Ich denke, was die wohl sagen würden, wenn ich plötzlich mitmachen würde und schwupps stehe ich auf der Bühne. Sie wollen, dass ich auch ein Lied singe und suchen mir das 70iger Jahre Lied: Dream, Dream, Dream aus. Ich fass es nicht und ich tue es! Es macht mir auch ein bisschen Spaß, weil die so einen Spaß haben. Gut, dass mich keiner von euch und überhaupt sonst keiner gesehen hat. 

 das Bild mit mir drauf, gibt es NICHT, ätsch

Ok, nächsten Tag geht’s mit Bus über die Insel Koh Chang zum nächsten Bootsanleger. ALLES, was ich von Koh Chang sehe, ist voller Buden, überlaut (selbst noch am Morgen), eine Saufbude neben der Anderen, bin ich froh, dass ich bereits nach 15 Stunden Aufenthalt wieder hier abhaue! Übrigens an alle jungen Leute, die NUR Spaß und Fun haben wollen: Reist nach Ko Chang, ihr werdet euer Gaudi haben, lach. Es geht mit Schnellboot nach Koh Kood. Ich will nur eine abgelegene Hütte, nettes Wasser und meine Ruhe zum Entspannen nach den anstrengenden Myanmartagen.
Hab einen uralten Lonely Planet und da steht irgendwas mit Lagune an einer beach und dahinter kleine Hütten. Ich sehe so etwas vom Boot aus, springe an der entsprechenden beach aus dem Boot und stürme da hin. Ich habe Glück, bekomme tatsächlich eine recht nette Hütte und mache aus, dass ich da 8 Tage bleibe. Ja, und da bin ich noch. 

 nett, nicht wahr? Ja, habe erst mal Glück...



meine Hütte liegt neben der linken weißen Hütte, oberhalb
also nicht zu sehen, sehr gut

Wenn ihr die Bilder seht, sagt ihr sicher: Oh, ist das toll (Wasser, Sand, Hütte sind sicher klasse), aber es gibt doch viele tausend Nachteile – und das sind mal wieder die Art der Touris. DAS ist für mich untrennbar mit dem Wohlfühlfaktor verbunden. Manch einer von euch wird sich denken: ist die doof, sie kann doch einfach abschalten, aber das geht nicht bei mir. Eins ist jedoch bei allen Nachteilen hier zu erwähnen: inzwischen finde ich diese Seite von Thailand um Längen besser als die Andamanenseite unterhalb von Burma. Das Wasser dort ist nicht die geringste Spur von klar (siehe meine Bilder vom November), aber die Atmosphäre ist/KANN gut sein, hängt auch von den Inselbesuchern ab – und wie ich höre, verschlechtert sich dieses auch mehr.

Thailand  ist voll in russischer Hand, wie eigentlich inzwischen die ganze Welt (Goa in Indien ist ebenfalls überlaufen) – und KEINER, aber auch KEINER mag sie wegen ihres auffallenden, extrovertierten Benehmens! 65 % Russen bevölkern Thailand, wie mir gesagt worden ist. Es gibt schon Speisekarten, Hotelschilder, russisch sprechende Thais, ganze Strände sind voll mit denen. Der Grund, warum die jetzt überall „einfallen“ ist der Reisepreis von Russland nach Bangkok. Es kostet nur noch ca. 500 Euro einschl. Flug für eine Woche Thailand.

War heute mit Moped an einer beach (wahnsinnig schön, tolles Wasser, weißer Sand, siehe unten), die vollkommen leer war, KEIN Nobelbungalow war belegt, ausgestorben, Schilder alle in Russisch, Speisekarte in Russisch, irgendwie eine Geisterbeach. Ich denke mir Folgendes: das Resort nimmt nur russische Gruppen auf und wenn zur Zeit keine Gruppe da ist, bleibt eben alles leer, andere Touris kommen nicht dort hin. Kluge Thaihotelbesitzer wollen möglichst nur 50 % russische Leute aufnehmen, damit, wenn der Boom der Russen nachlässt, auch noch Andere kommen werden.





 500 Jahre alter Baum, 
(man achte auf die Wahnsinnswurzeln)
es geht tief in den Dschungel hinein, macht Spaß,  
mit dem Moped durch den Wald zu düsen, auch 
wenn's nicht so ganz umweltgerecht ist...



 und natürlich mal wieder ein Sonnenuntergang....

Dann die Preise hier auf Koh Kood!!! Oft zwischen 1000 und 3000 Thai Bhat aufwärts Thailand-Kenner wissen, dass das recht viel ist. Hat natürlich einen Vorteil: es hält die Billigjäger unter den backpackern ab und das ist ja wenigstens auch was, denn die nerven auch unsagbar! Die Insel soll zur Exclusivinsel hochgeputscht werden! Es soll sogar Anlagen geben, in denen jeder Bungalow seinen eigenen Pool hat, unfassbar diese Dekadenz! Und das Traumwasser ist vor der Tür, man muss zur beach allerdings ca. 30 m LAUFEN, wie schrecklich!

Meine etwas hoch gelegene Hütte ist einfach, natürlich OHNE AC,  vor allem aber ruhig, ohne Restaurant. Man muss in den 3 anderen Hotels, die an der beach liegen, speisen, tja und dort wohnen dann wieder die Oberspießer, wenig bis keine Individualreisende, natürlich auch wieder Russen darunter. Tja, werdet ihr sagen, sieht doch auf den Bildern alles perfekt aus. Aber das relativiert sich, wenn man schon so viel erlebt hat wie ich und alles, aber auch alles hat mit den Reisenden um mich herum zu tun, und das Umfeld ist nun mal NICHT gut. Hach, was war das noch schön mit Eve und Anke auf Negros, seufz!! Bei mir wohnt ein ca. Mitte 40jähriger Deutscher, der Erscheinung nach zu urteilen, ein intelligenter Mann (muss nicht mehr arbeiten, warum auch immer), natürlich mit thailänd. Mädchen an der Hand,  scheint ein Rassist zu sein: er äußerst sich drastisch und abfällig über Indien, natürlich über alle Moslems und die Länder,  über „seine“ Nachbarinsel Little Ko Chang, eigentlich über alles, was NICHT deutsch ist, wohnt  halbe Jahre auf Koh Phayam.  Ein Grund mehr, NICHT auf diese Insel zu fahren. Unfassbar sowas.
WAS sind das bloß alles für Touris hier in Thailand? Da kann man mal sehen, WIE sich die Sicht auf Dinge und Personen verändert, wenn man erst mal in anderen Ländern war und Vergleiche ziehen kann. Was war ich im November noch begeistert von Thailand – und nun? Hat sich alles in Rauch aufgelöst....Ich nehme mir ein Moped und erkunde die Insel auf diese Art, kann doch nicht sein, dass hier alles nur Deppen, Primitivlinge, Fettsäcke, hochpreisige Pauschaltouris und Russen sind. Wie so oft habe ich einen Riecher und entdecke mehrfach junge, sympathische Leute, die sofort anders wirken, sehr freundlich sind und die Welt erkunden wollen, das beruhigt. Durch das Moped komme ich auch in ein anderes Resort, das zwar auch „russisch“ ist, aber auch noch „normale“ backpacker hat und hier ist das Essen auch ganz gut. Dennoch – insgesamt missfällt mir das deutsch/russische Thailand sehr und im Moment bin ich mir nicht sicher, ob ich wieder hier her kommen werde. Höre übrigens auch Schreckensnachrichten bzgl. Massenabfertigung und „Massen-Tourismushaltung“ (meine Wortkreation) über die umliegenden Länder wie Kambodscha, Laos, Vietnam. Ich glaube, ich lasse diese Länder einfach so in Erinnerung, wie ich sie erlebt habe, nämlich auf individuelle, wenig touristische, abenteuerliche Weise. DAS kann niemals wieder kommen. Aber die jungen Leute wollen ja meistens alle nur eins: Party und Spaß bis zum Abwinken, bloß nicht nachdenken, könnte schädlich sein für Körper und Geist! Dann sind sie in all diesen Ländern genau richtig!

Nun habe ich noch einen ganzen Tag zum Erholen und dann geht’s nach Bangkok und am Samstag, 10.3. bin ich wieder in Good Old Germany bzw. Hannover, au weia! Na, das wird ja was werden!

Übrigens ist das Blogschreiben keine Arbeit. Ich schreibe wahnsinnig gerne und das Ganze ist für mich ein digitales Tagebuch für mich selber und ich freu mich, wenn ich euch dadurch auch eine Freude mache. Dennoch bin ich jetzt froh, dass ich nun auf dem Laufenden bin mit dem Blog und morgen erst mal nette Mails beantworten kann. :-)

Das Fazit der gesamten Reise schreibe ich dann von zu Hause aus, bin mir darüber sogar jetzt noch nicht so ganz klar, wie es ausfallen wird....